Rennbericht 24-Std.Rennen der KartDivision

in Jesolo 6.-9.Mai 2004


Am Donnerstag 6.5. gibt es das erste Training zum Kennen lernen des neuen Terrains und des neuen Gerätes. Setup wollen wir erst mit Gabor machen, der weiß wie es geht.
Die ersten Runden machen bereits mächtig viel Spaß. Der kurze Regenguss kann dem keinen Abbruch tun.

Am Freitag geht’s schon voll zur Sache – alle Teams können bis 15 Uhr mit mehreren Karts gleichzeitig fahren – theoretisch wären das um die 40 Rennfahrzeuge gleichzeitig auf der Strecke – praktisch ist zwar viel Verkehr, das wird aber nie zum Problem – 40 Karts waren gleichzeitig nie draußen. Das Wetter ist uns auch gewogen – es ist zwar für die Jahreszeit zu kühl (im Vorjahr hatte es statt der 17 satte 30 Grad), aber es bleibt trotz bedrohlicher Wolken landeinwärts trocken und teilweise sonnig.

Das offizielle Training, das wie bei der Formel 1, zur Reihenfolgefindung des Qualifyings herangezogen wird, verläuft ebenfalls sehr gut. Beinahe zu gut – leichter Übermut macht sich breit und so ist es auch nicht verwunderlich, dass der „Benjamin“ unter unseren Fahrern einen satten Abflug in einer schnellen Rechtkurve produziert und seine erste verbogene Spurstange als Trophäe übers Bett hängen kann – er hat aber Glück im Unglück – außer einem leicht schmerzenden Brustkorb (man bremst auch nicht 104 kg mit den Rippen am Lenkrad ab) ist nichts gröberes geschehen. Die „Abnahme“ des Karts (technische Kontrolle) wird ebenfalls absolviert und zeigt 17,5 PS (max. erlaubt 20,4) am Stand und eine eher schwache Leistungskurve – na ja, wir wollen ja eh nur Spaß haben – dafür wurde der Motor auch sehr fett eingestellt und der Luftfilter optimiert angebracht, das soll zwar mehr Sprit verbrauchen, aber dafür tierisch abgehen ;-)
Setup sah so aus: wir änderten am Kart einfach NICHTS! – nur der Reifendruck wurde optimiert – perfekt :O)
So nebenbei hatten wir beim geplanten Reifenwechsel (Quali-Reifen anfahren) auch noch Fortuna auf unserer Seite – zunächst brach beim festziehen des Adapters eines Hinterreifens die Adapterschraube (offensichtlich Materialermüdung – oder wars doch der vor Kraft strotzende HarryH *gg*) und kurz darauf am selben Adapter einer der 3 Stehbolzen, ebenfalls beim festziehen (es lag vielleicht doch an HarryH) – wären wir sorglos ohne Kontrolle gefahren und wäre die erste Schraube nicht gleich gebrochen, hätten wir mit 100% den Reifen im Rennen verloren – Glück gehabt (Anmerkung – HarryH hate seither keine Schraube mehr angezogen *ggggg*). Mit dem 9. Trainingsplatz hatten wir auch eine tolle Ausgangsposition fürs Quali (letzter des Trainings begann als erster am Samstag um 9 Uhr).

Das späte Abendessen wurde zur Erarbeitung der Teamtaktik und der Fahrereinteilung genutzt – ein schier unlösbare scheinendes Unterfangen (Auszug der Argumente, warum man nicht in der Nacht fahren kann: ich bin Nachtblind, ich muss am Sonntag heimfahren, ich kann meine Frau nicht alleinlassen, ich hab Kontaktlinsen, ich hab nur ein dunkles Visier – u.v.m.*brüll*). Wir schafften es dann doch – wir entschieden uns, dass alle Fahrer gleich viel fahren sollen und das unsere beiden „Anfänger“ nur ½ Turns fahren, dafür mehr – die Tankstopps werden nicht so ernst genommen – die Tankstrategie entscheiden wir kurzfristig – immerhin sind wir nicht da um zu gewinnen.
Etwas stutzig macht uns der Umstand, dass es in der Nacht zu regnen beginnt – man ahnt schon schlimmes.

Samstag – es hat bis ca. 7 Uhr geregnet und die Strecke ist nass – Regenreifen!
Unsere Wahl bezüglich Quali-Fahrer ist auf Gabor gefallen, der im Regen noch zusätzlich eine Klasse für sich ist. – Die ersten Teams quälen sich über die Strecke – wir werden erstmals blass – am Vorabend haben wir noch den Tank auf ein Minimum fürs Quali geleert (der Sprit könnte ja gestohlen werden ;-) außerdem Gewichteinsparung), aber nun stehen die Teams alle mit vollen Tanks da, außer uns – da hatte HarryH wohl einen Denkfehler – es wird die Ausschreibung studiert – Sch.... man darf nur an der Tankstelle tanken und die ist bis nach dem Start geschlossen – wir kontaktieren die Rennleitung, ob wir unseren entnommenen Sprit wieder einfüllen dürfen – unter den Augen der Rennleitung wird der Tank wieder aufgefüllt – uff, das war knapp.
Mit der Zeit trocknet es langsam auf – wir sehen noch rechtzeitig, dass die Spur der Karts vermessen wird – da war doch was mit max. Spurbreite – rasch wird nachgemessen und das max. mögliche eingestellt – als 22.Team sind wir dran – Gabor unterbietet gekonnt die bisherige Bestzeit und konnte noch 2 Plätze gutmachen. – Sensationell – wir starten vom 7.Platz!

Die kurze Zeit zwischen Fahrerbesprechung und Start wird für Teamfotos genutzt – Wow sind wir fesch in unseren neuen Team-Polos! ;-))

Nun wird’s aber ernst – Scholzi als Startfahrer macht sich bereit für den LeMans-Start und HarryH, der nun auch schon als Mechaniker fungiert (*gggg*) hält mit einem Seil das gestartete Kart ohne Fahrer.
Scholzi startet perfekt und kommt ca. als 5. weg – in der 2. Kurve passiert ihm aber ein Missgeschick und er dreht sich – das hat zwar einige Plätze gekostet, aber mit seiner bewährten Fahrweise holt er Platz für Platz auf.
Ab nun lief es eigentlich wie am Schnürchen – es gab keinerlei Probleme und da sich alle an die Vorgabe hielten: „Wir machen eh nix kaputt“, fuhren wir immer im hinteren Mittelfeld mit. Die Tankstops wurden dann von anfänglich stündlich beim Wechsel auf fix 1 Std. 40 Minuten festgelegt. Die festgelegte Fahrereinteilung ergab schließlich, dass nur ganz selten in einem Turn getankt werden musste – es ging sich meist bei den Wechseln aus.
Unser Kart lag beinahe perfekt und war auf der schnellen Geraden sicher eines der schnellsten (ob das am fetten Gemisch liegt?)

Die technische Kontrolle während des Rennens ergab eine Motorleistung von 19,0 PS – na wum.

Die weiteren Turns verliefen absolut problemlos – Harry Steininger hatte auch wieder Gefallen an der Hetzerei gefunden und die Ermüdung hielt sich auch in Grenzen (nicht zuletzt wegen unserer kurzen Turns-1 Std 5Minuten).
HarryH hatte in seinem Turn dann erstmals ein kleines Problem – der Tankverschluß war nicht exakt aufgeschraubt – so ergoss sich langsam aber stetig in jeder Linkskurve ein wenig Benzin über sein Knie. Der Overall saugte sich langsam voll und so stieg der Benzin wie an einem Docht einer Öllampe in Richtung ....... :-0
Ca. 20 Minuten vor Fahrerwechsel begann das ganze dann auf der Haut auch noch leicht zu brennen – nicht wirklich angenehm, aber ich wollte so lange weiterfahren, so lange ich es aushalte.
Um ca. 22.30 Uhr begann es zu regnen – HarryH, noch mit Trockenreifen unterwegs, genoss den ersten Renn-Regen – es machte (trotz ungutem brennendem Gefühl im Schritt) unheimlich Spaß an der Rutschgrenze noch immer mit einem Höllentempo über die Strecke zu fegen – allmählich musste man sich eine Regenlinie suchen, die teilweise genau das Gegenteil der optimalen Trockenlinie ist – das brachte aber auch eine heikle Situation mit sich – in einer schnelleren Rechtskurve versuchte HarryH, ob die Regenlinie schon besser hält als die Trockenlinie und wollte wieder zurück auf die Ideallinie – dass sich hinter ihm Mizi Kuzmanic anpirschte und innen vorbei wollte konnte er nicht sehen.
Das Kart der Ladies touchierte leicht mit dem linken Vorderrad an der rechten Seitenverkleidung der Angels – allerdings derart unglücklich, dass irgendwie das Ventil des Vorderrades in Mitleidenschaft gezogen wurde, was einen Reifenschaden zur Folge hatte. Die Wiedergutmachungsdrinkeinladung ist übrigens noch aufrecht ;-))

Beim Fahrerwechsel HarryH/Gabor Götz wurden die Regenreifen montiert und nunmehr bei strömendem Regen gab Gabor sein Bestes – leider lag unser Kart im Regen nicht so gut.
Während der Nacht hielten sich unsere Fahrer aber weiterhin tapfer und fuhren souverän, gleichzeitig zerstörten sich die Gegner teilweise selbst durch Ausritte und sonstige technische Probleme (ob hausgemacht sei dahingestellt).
Eine Stop&Go-Strafe mussten wir leider auch hinnehmen – Storchi ist zu schnell auf die Waage gefahren und rutschte beim Bremsen runter ?

Unsere Outdoorneulinge Fortacz (den man aber nicht wirklich als Anfänger bezeichnen kann), Dörflinger und Schweier hielten sich toll – Fortacz fuhr von Beginn an mit viel Übersicht im vorderen Mittelfeld mit, Hardy Dörflinger und Gunther Schweier meisterten ihren Einstieg in den echten Rennsport toll – diszipliniert (sie machen sogar das, was man ihnen am Funk sagt) drehen sie ihre Runden mit immer besseren Zeiten.

Unsere Bandbreite der Rundenzeiten erstreckten sich (ohne Regen) von 54,4 bis knapp über 1 Minute, die Wechselhäufigkeitswertung hätten wir sicher gewonnen und auch bei den Tankstopps liegen wir sich im vordersten Spitzenfeld.

Trotz dieser nicht gerade optimalen Voraussetzungen für einen guten Platz erreichten wir schlussendlich den 14.Platz, direkt vor Many-Kart, die als Anwärter für einen Spitzenplatz oder sogar den Sieg galten, wie auch HTH, KCM, Swoboda Ladies, MZ-Racing u.s.w.
Die Fahrerlisten dieser Teams lesen sich wie das Who-is-who des Kartsports – ehemalige Staatsmeister sind genauso vertreten wie schillernde Persönlichkeiten der Kartszene.

Als Teamchef kann man sich eigentlich kein besseres Team wünschen – vor allem hatten wir eine Menge Spaß, und das war es eigentlich, weswegen wir nach Jesolo gefahren sind!

Leider wurde unsere Laune etwas getrübt, da eine irre Truppe sauffreudiger Italiener sich an Pezis Reifen (der Reifen von Pezi`s Auto natürlich) vergingen und ihn einfach platt machten ?

Herzlichen Dank für ein sicherlich unvergessliches Rennwochenende an die Veranstalter Ossi und Martin, an die übrigen Teams, die derart diszipliniert auch den schwächeren gegenüber unterwegs waren und vor allem dem Team der Yellow Angels ( Harry Hirmann, Benes Peter, Leubner Harry, Steininger Harry, Storch Martin, Götz Gabor, Scholz Gerald, Bancalari Markus, Fortacz Robert, Dörflinger Hardy und Schweier Gunther).

Euer Oberengel HarryH