Rennbericht 24-Std.Rennen der KartDivision

in Gleisdorf 11.-13.Juni 2004

Team der Yellow Angels:

Hirmann Harry (Teamchef)

Benes Peter, Leubner Harry, Fortacz Robert, Storch Martin, Hübner Wolfgang, Drda Christoph, Böhm Petra


Freitag, 11.6. – ab ca. 9 Uhr treffen die ersten Angels in Gleisdorf ein – unser Boxenplatz liegt etwas abseits von der Boxenstrasse im Bereich der Leihkartflotte und wird gleich mal in Besitz genommen.

Um 10 Uhr beginnt das freie Training und das erste Abtasten der absolut unbekannten Strecke am Fahrsicherheitszentrum des ARBÖ.
Die Strecke scheint recht interessant mit 2 schnellen Geraden, einigen anspruchsvollen Kurven und einem Bergstück.
Im Verlauf des Trainings kommen uns ein wenig die Zweifel, da wir mit Abstand die langsamsten sind und ca. 8 (!) Sekunden hinter den schnellsten liegen.
Wir spielen uns mit dem Reifenluftdruck und nehmen schließlich (nach einem Insidertipp) alle Stabilisatoren des Rahmens heraus – siehe da, unsere Zeiten liegen im Mittelfeld und nur noch ca. 3 Sekunden hinter den Schnellsten – passt.
Mittlerweilen sind alle Fahrer (innen) eingetroffen, für unsere Roukies (Böhm, Drda, Hübner) sind es die ersten Runden bei einer Rennveranstaltung.
Wegen des einsetzenden Regens beendeten wir dann unser Training früher.
Einige Teammitglieder fuhren zurück nach Wien um am Samstag um 9 Uhr bereit zu stehen, einige in Richtung Velden mit dem Hinweis, erst Samstag-Nachmittag zu erscheinen – die Verwunderung und der Unmut des Teamchefs war groß und sicher nicht zu übersehen ;-) Beim Abendessen mit den verbleibenden Teammitgliedern wurde somit eine neue Renneinteilung erarbeitet.
Da wir beim Training die 19.beste Zeit erreichten (von 29 Teams) starteten wir das Quali am Samstag als 10. mit Regenreifen auf noch feuchter Strecke.
Robert Fortacz, wurde als Quali-Fahrer auserkoren und er machte seine Sache ausgezeichnet- er konnte sich mit Platz 16 im Quali gegen erfahrene Teams durchsetzen – beachtlich fürs erst 2.Rennen!
Der Le Mans Start – der Fahrer steht gegenüber seinem Kart, das vom Mechaniker gehalten wird – alle machen sich bereit – noch 5 Minuten – ein Techniker beäugt noch unser Kart und bemängelt, dass ein Bremssicherungsdraht fehlt – Schock! Harry Hirmann, der als Karthalter am Kart ist, startet einen grandiosen Spurt in die Box, sucht verzweifelt ein Stück Draht , spurtet zurück, fädelt den Draht durch die (immer zu kleinen) Löcher in den Sicherungsschrauben und ist tatsächlich fertig, als die Startflagge runtergeht – alle Fahrer laufen los, auch Fortacz, nur unser Kart ist noch aufgebockt – Sch.... – somit kommt Robert erst verspätet ins Kart und muss noch sicherheitshalber warten, bis alle vorbei sind – als letzter nimmt er dann das Rennen auf.
Er findet aber rasch seine Linie und kommt auch an einigen Teams vorbei.
Aufgrund einiger Defekte anderer Teams können wir uns wieder langsam vorarbeiten und beißen uns im Bereich um Platz 20 fest. Da unser Kart offensichtlich motorisch nicht in der oberen Liga spielt, was mit freiem Auge auf der Gegengerade leicht erkennbar ist – wir verlieren 4-5 Kartlängen nur auf dieser Gerade, können wir von uns aus diesmal wirklich nur auf die Defekte der anderen hoffen, um eine bessere Platzierung zu erreichen. Pezi und Hübner halten uns mit sehr guten Fahrleistungen ohne Fehler im Mittelfeld. Um 16.20 Uhr beginnt es zu regnen und Leubi hat die Ehre als erster auf Regenreifen auf die Strecke zu gehen. Harry Hirmann schafft es in seinem 1. Regenturn seiner bisherigen (gar nicht so kurzen) Rennkarriere sogar kurz auf Rang 18 – im Regen scheint unser Leistungsnachteil nicht so eklatant. Storchi, der schon in Jesolo Regenerfahrung sammeln konnte, fuhr toll und Fortacz ging mit dem Ziel ins Rennen, die bisherige Regenbestzeit von 1,17 zu unterbieten.
Er fuhr trotz zeitweise sintflutartigem Regen sehr gut bis zu jener unsäglichen Stelle am Hügel um 19.17 Uhr.
Bei einem „Vorbeiwinkmanöver mit Umdrehen“ (er ließ schnellere Teams passieren) berührte er mit dem rechten Vorderrad die Leitschiene. Das Kart wurde sofort herumgerissen, grub sich unter die Leitschiene und schlitterte gegen einen Leitschienenpfahl – dabei wurde Robert aus dem Kart geschleudert und blieb noch am Gashebel hängen. Dabei rissen alle 3 Bänder des rechten Beines und das Sprunggelenk wurde stark beleidigt. Glücklicherweise wurde er nicht vom Kart erfasst, das von einem anderen Team unsanft weiterbefördert wurde. Geistesgegenwärtig rettet er sich mit einem Hechtsprung über die Leitschiene – wo er, gesichert vom Ersthelfer Christian Dorsch vom Daytona-Team, davor bewahrt wurde, den steilen Abhang hinunterzurollen.
Die Rettung war rasch zur Stelle und erst jetzt wurde Harry Hirmann bewusst, dass es sich um das Kart der Yellow Angels handelt!
Nachdem sich die Wogen um Robert geglättet hatten (er wurde nach Weiz zur Kontrolluntersuchung gefahren) wurde überlegt, was nun weiter geschehen soll. Dem Wunsch Roberts nachkommend, weiterzufahren, konnte leider nicht nachgekommen werden, da unser Kartrahmen ein Totalschaden war und mit diesem Kart eine Weiterfahrt nicht mehr möglich war.
Martin Müllner machte uns dann doch wieder Hoffnung und organisierte für uns das Trainingskart der Lost Boys, die uneigennützig uns dieses zur Verfügung stellten – wir bauten unseren Motor auf das neue Chassis und so konnten wir außer Konkurrenz doch noch einige Stunden am Renngeschehen teilnehmen. Den Fahrbetrieb nahmen wir allerdings erst wieder um 7.00 Uhr auf, da aufgrund der widrigen Bedingungen ein gefahrloses Spaßfahren bei Strkregen in der Dunkelheit nicht gegeben war. So konnte Böhm Petra doch noch ihren 1 Stundenturn im Rennkart bei Rennbedingungen herunterspulen – sogar mit beachtlichen Zeiten. Die restlichen Stunden wurden auf die verfügbaren Fahrer aufgeteilt – allerdings wurden die Fahrer mit erhobenem Zeigefinger eindringlich darauf aufmerksam gemacht, dass wir uns nicht noch einen Schaden leisten können und somit in den bekannten Ausrutscherpassagen vorsichtig zu fahren ist – was Petra nicht daran hinderte, genau dort einen Überholversuch zu starten – wahrscheinlich war sie sogar die einzige, die dort überholen wollte *gggg* , was ihr angesichts ihres Ausrittes und der Schlammbeschichtung des Karts den Beinahmen „Reisbäuerin“ (vergeben durch Hr.Assi) einbrachte.
Bei der folgenden Standpauke durch den Teamchef hörte Drda Christoph aufmerksam zu und, wie zum trotz, rutschte auch er kurz darauf genau an dieser Stelle ins Gemüse (eigentlich war es ein Schlammloch).
Abgesehen davon waren alle Neueinsteiger toll unterwegs, Hübner Wolfgang schaffte sogar die schnellste Teamzeit im Schlußturn (wieder auf Slicks und mit 15 kg Untergewicht *gggg*).
Im Gesamten gesehen war es, bis auf den Unfall, die Verletzung von Robert, den Totalschaden, den 0-Sicht-Bedingungen, dem Dauerregen,.....wieder toll!


Danke noch mal an
• Christian Dorsch für seine selbstlose Ersthilfe (er unterbrach seinen Turn!)
• Martin Müllner für sein Angagement und Hilfe, dass wir weiterfahren konnten
• die Lost Boys, die uns ihr Kart liehen
• den Veranstalter (Ossi und Martin) für die trotzdem tolle Veranstaltung

Leider wurden diesmal die bisherigen Grundsätze und Vorzüge des Teams bezüglich Disziplin der Fahrer (nach Teamchefvorgaben) bis auf die Grundmauern erschüttert – aber daran werden wir arbeiten ;-))

Was nach dem Rennen noch geschah:
Robert Fortacz wurde bereits stationär wiederhergestellt und liegt mit Liegegips zu Hause – 8 Wochen Krankenstand.
Das Kart der Lost Boys wurde pipifein geputzt – natürlich von Petra und Christoph - eigentlich fast nur von Petra ;-)) – ich möchte behaupten, dass das Lost Boys Kart noch nie so sauber war!
Die Reparaturrechnung wird noch erwartet ?

Ich möchte mich noch für Länge dieses Berichtes entschuldigen, aber es gäbe trotzdem noch soooooo viel zu schreiben ?

Euer Oberengel HarryH